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Location Code – Standortcode

In der globalen Logistik und Seeschifffahrt ist der Standortcode verbunden mit dem Schiffscontainer ein vielschichtiges Konzept, das mehrere standardisierte, aber miteinander verbundene Kodierungssysteme umfasst. Jedes dieser Systeme beantwortet Schlüsselfragen: Was ist das für ein Container? Wo befindet er sich? Wofür wird er verwendet? Und in welchem Zustand ist er?

Der Standortcode ist im Wesentlichen eine standardisierte alphanumerische Sequenz, die wichtige Informationen über den Container während seiner gesamten Bewegung in der Lieferkette bereitstellt – von Reedereien und Häfen bis zu Zollbehörden und Frachteignern. Diese Codes sind das Rückgrat der sicheren, effizienten und automatisierten Handhabung von Millionen Containern weltweit.

Der Begriff „Standortcode” kann bezeichnen:

  • Identifikationscodes (ISO 6346): Eindeutige „Registrierungsnummer” des Containers.
  • Positionen an Bord (Bay-Row-Tier): Koordinaten der Position auf Deck/Laderaum.
  • Geografische Codes (UN/LOCODE): Standardisierte Bezeichnung von Häfen, Terminals und anderen Logistikknoten.
  • Größen- und Typencodes: Beschreibung der Abmessungen und Konstruktion des Containers.
  • Schadenskodex (CEDEX/IICL): Systematisches Netzwerk von Punkten zur genauen Lokalisierung von Schäden.

Das Verständnis dieser Codes ist für jeden notwendig, der sich in der Welt des internationalen Handels und der Logistik bewegt.

Primärer Identifikationscode: Containernummer (ISO 6346)

Struktur und Standardisierung

Die Norm ISO 6346 (derzeit ISO 6346:2022) ist ein internationaler Standard für die Identifikation, Kodierung und Kennzeichnung intermodaler Container. Sie wird vom Bureau International des Containers (BIC) in Paris verwaltet. Sie stellt sicher, dass jeder Container während seiner Lebensdauer eindeutig identifizierbar und verfolgbar ist.

Die Containernummer hat immer 11 Zeichen und besteht aus folgenden Teilen:

TeilBeschreibungBeispiel
Präfix (Eigentümer)3 Großbuchstaben, registriert beim BIC, identifizieren den Eigentümer oder HauptbetreiberHZK
Kategorieidentifikator1 Buchstabe: U (Frachtcontainer), J (Ausrüstung), Z (Fahrgestell/Chassis)U
Seriennummer6 Ziffern, eindeutig innerhalb der Flotte des Eigentümers123456
Prüfziffer1 Ziffer, berechnet durch mathematischen Algorithmus zur Überprüfung der Richtigkeit7

Beispiel: HZKU1234567

  • HZK = Eigentümer HZ CONTAINER s.r.o
  • U = Frachtcontainer
  • 123456 = eindeutige Seriennummer
  • 7 = Prüfziffer (überprüft die Eingabe, minimiert Fehler)

Validierung der Nummer:

Die Prüfziffer wird durch einen Algorithmus berechnet, der jedem Zeichen einen Wert zuweist und eine Prüfsumme erstellt. Eine Nichtübereinstimmung bedeutet einen Fehler bei der Eingabe der Containernummer.

Offizielles Präfixregister:

Das BIC führt ein öffentlich zugängliches Präfixregister unter: bic-code.org.

Containerbeschreibung: Größen- und Typencodes (ISO 6346)

Der Größen- und Typcode ist ein vierstelliger alphanumerischer Code, der unter der Containernummer angebracht ist. Er ermöglicht eine schnelle Identifikation der Abmessungen und Konstruktion des Containers, was für die Transportplanung, das Stapeln und die Handhabung in Häfen entscheidend ist.

Codestruktur

PositionBedeutungBeispiele
1. ZeichenLänge (im ISO-Code)2 = 20 Fuß, 4 = 40 Fuß, L = 45 Fuß
2. ZeichenHöhe/Breite2 = 8’6″ (Standard), 5 = 9’6″ (High Cube)
3.–4. ZeichenTyp/ZweckG1 = geschlossener Standard, R1 = Kühlcontainer, U1 = Open-Top, P1 = Plattform, T1 = Tank

Tabelle der häufigsten Größen-/Typencodes:

CodeBedeutung
22G120′, Standardhöhe, geschlossener Container mit Belüftung
45G140′, High Cube, geschlossener Container
22R120′, Kühlcontainer (Reefer)
42U140′, Open-Top (offenes Dach)
20P120′, Plattform (Flat Rack)
22T120′, Tank-Container

Standardisierung:

ISO 6346 definiert Hunderte von Kombinationen von Größen- und Typencodes.

Genaue Positionsbestimmung: Stowage-Codes (Bay-Row-Tier)

Beim Stapeln von Containern auf einem Containerschiff wird ein dreidimensionales Bay-Row-Tier-System verwendet, das die genaue Position jedes Containers bestimmt.

Systemstruktur

  • Bay (Querlage):
    • Gerade Nummern für 40′-Container (z. B. 02, 04, 06 – von Bug zu Heck)
    • Ungerade Nummern für 20′-Container (01, 03, 05…)
    • Ein 40′-Container nimmt den Platz von zwei 20′-Bays ein.
  • Row (Längslinie):
    • Nummern von der Mittellinie:
      • Gerade links (Backbord): 02, 04, 06…
      • Ungerade rechts (Steuerbord): 01, 03, 05…
      • Mittellinie (bei ungerader Anzahl): 00
  • Tier (Schicht – Höhe):
    • Unter Deck: 02 (Boden), 04, 06…
    • Deck: 82, 84, 86… (beginnt oft mit 80 oder 82, je nach Schiff)
  • Beispiel:
    Der Code 080384 bedeutet Bay 08 (40′), Row 03 (Steuerbord), Tier 84 (zweite Ebene auf dem Deck).

Praktische Bedeutung

  • Präzise Aufzeichnungen ermöglichen die Planung des Schiffsausgleichs, schnelle Entladung und Fehlerminimierung.
  • Das System wird immer in Schiffsdokumenten und Planungssoftware des Hafens aufgezeichnet.

Identifikation weltweiter Standorte: UN/LOCODE für Häfen und Terminals

UN/LOCODE (United Nations Code for Trade and Transport Locations) ist ein weltweiter Standard für die Bezeichnung von Häfen, Flughäfen, Terminals und anderen wichtigen Logistikorten.

Codestruktur

  • 5 Zeichen (Buchstaben, möglicherweise Ziffern 2–9)
  • Erste 2 Zeichen: Ländercode nach ISO 3166-1 alpha-2 (z. B. CZ, DE, CN)
  • Nächste 3 Zeichen: eindeutiger Ortscode (z. B. PRG – Prag, HAM – Hamburg)
  • Jeder Ort hat einen definierten Satz von Funktionen (Hafen, Flughafen, Eisenbahnterminal usw.)

Beispiele:

CodeNameFunktion
CZPRGPragFlughafen, Binnenterminal
DEHAMHamburgHafen
NLRTMRotterdamHafen
SGSINSingapurHafen, Flughafen
USLGBLong BeachHafen
  • UN/LOCODE wird in Transportdokumenten (z. B. Konnossement, Zollanmeldung) als klare, maschinenlesbare Kennung verwendet.

Schadenslokalisation: Schadenskodex und Reparaturcodes (CEDEX, IICL)

Bedeutung und Standardisierung

Containerschäden sind ein häufiges Phänomen, und ihre genaue Lokalisierung ist entscheidend für effiziente Reparaturen, Versicherungen und Aufzeichnungen. Zu diesem Zweck wurden die Standards CEDEX (ISO 9897) und IICL (Institute of International Container Lessors) entwickelt.

Struktur des Schadenskodex (Damage Location Code)

Ein typischer Code besteht aus vier Teilen:

PositionBedeutungBeispiele
1. Zeichen (Face)Seite des Containers (R = rechts, L = links, T = Dach, U = Fahrgestell, F = Vorderwand, D = Türwand)L
2. Zeichen (Segment)Obere/untere Hälfte (T = oben, B = unten, X = beide)B
3. Zeichen (Section)Abschnittsnummer (z. B. 1–5 bei 20′, 1–10 bei 40′)4
4. Zeichen (Spezifikation)Weitere Informationen, oft N (oder anderer Buchstabe)N

Beispiel:

Der Code LB4N bedeutet:

  • L = linke Wand
  • B = untere Hälfte
  • 4 = vierter Abschnitt
  • N = Ort/Schadenstyp

Nach CEDEX werden weitere Codes für Schadenstypen verwendet (z. B. D = Beule, C = Riss, R = Rost, H = Loch), Material (S = Stahl, W = Holz) und Umfang.

Warum ist das wichtig?

  • Standardisierung ermöglicht globale Kommunikation zwischen Reedereien, Reparaturbetrieben, Depots und Versicherungsunternehmen.
  • Automatisierte Systeme, Inspektionsdrohnen und IoT-Geräte nutzen heute diese Codes für digitale Aufzeichnungen und schnelle Reparaturbewertungen.

Weitere Betriebs- und Sicherheitskennzeichnung

Gewichts- und Volumendaten

Auf jedem Container müssen grundlegende technische Daten dauerhaft und lesbar angegeben sein:

  • MAX. GROSS (maximales Bruttogewicht): Gesamtmaximales Gewicht des Containers einschließlich Ladung (z. B. 30.480 kg).
  • TARE: Gewicht des leeren Containers (z. B. 2.200 kg).
  • NET (PAYLOAD): Maximales Ladungsgewicht (MAX. GROSS – TARE).
  • CU. CAP. (Volumen): Innenvolumen in m³ und ft³.

CSC-Plakette (Convention for Safe Containers)

Die CSC-Plakette ist eine obligatorische Sicherheitsplakette, die bestätigt, dass der Container die Anforderungen des Internationalen Übereinkommens über sichere Container (CSC) erfüllt. Sie enthält:

  • Herstellungsdatum
  • Herstelleridentifikation
  • Maximal zulässige Belastung
  • Zulässige Belastung beim Stapeln
  • Wert des Verdrehungstests (Racking Test)
  • Datum der letzten/geplanten Sicherheitsprüfung

Ein Container ohne gültige CSC-Plakette darf nicht im internationalen Verkehr verwendet werden.

Digitale Zukunft: Von physischen Codes zu digitalen Zwillingen

Mit der Digitalisierung werden Container zunehmend mit digitalen Zwillingen verbunden – Online-Aufzeichnungen mit vollständiger Historie, Position, Spezifikationen und Zustand.

Technologien:

  • GS1 Digital Link: QR-Code ermöglicht sofortigen Zugriff auf vollständige Containerinformationen.
  • IoT & GPS: Sensoren melden in Echtzeit Position, Temperatur, Feuchte, Türöffnung usw.
  • Automatisierte Inspektionen: Drohnen und KI erkennen und kodieren Schäden nach CEDEX/IICL-Standards.

Diese Technologien ersetzen nicht die klassischen Codes, sondern ergänzen sie und erhöhen die Transparenz und Effizienz des gesamten Prozesses.