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Survey Code – Repair Code

Survey Codes (Inspektionscodes) und Repair Codes (Reparaturcodes) bilden die Grundsprache im Bereich der Verwaltung und Reparatur von Schiffscontainern. Es handelt sich um standardisierte alphanumerische Codes, die zur genauen Beschreibung, Dokumentation und Kommunikation des Zustands und der Beschädigungen von Schiffscontainern weltweit dienen. Dank dieser Codes kann der Zustand jedes Containers einfach, schnell und ohne Sprachbarrieren allen Beteiligten der Lieferkette mitgeteilt werden – Reedereien, Depots, Reparaturbetrieben, Leasinggesellschaften und den Inspektoren selbst.

Hauptvorteile des Codesystems

  • Standardisierung von Inspektionen: Beschädigungen an der Seitenwand eines Containers werden immer gleich beschrieben – in Rotterdam, Shanghai und Prag.
  • Beschleunigte und präzisere Kommunikation: Anstelle komplexer Beschreibungen reichen wenige Codes aus, die alle eindeutig verstehen.
  • Automatisierung von Prozessen: Ermöglicht den elektronischen Datenaustausch bei Reparaturschätzungen, Genehmigungen und Rechnungsstellung.
  • Eindeutige Nachweise: Codes dienen als objektive Grundlage bei Reklamationen, Übernahmen und Übergaben von Containern.
  • Datenanalyse: Die Erfassung und Auswertung von Beschädigungen im Laufe der Zeit führt zu verbesserter Handhabung, Konstruktion und Schadensvorbeugung.

Die Codes beantworten drei grundlegende Fragen: Was ist beschädigt? Wo? Wie wird es repariert?

Warum ist eine gemeinsame Sprache notwendig?

Früher herrschte in der Containerlogistik ein „Turmbau zu Babel” – jeder Akteur verwendete sein eigenes Vokabular, was zu Unklarheiten, Streitigkeiten und unnötigen Kosten führte. Mit dem Aufkommen des Welthandels und der Verlagerung von Millionen von Containern zwischen Ländern war es notwendig, einen einheitlichen, eindeutigen und international anerkannten Standard einzuführen.

Hauptstandards und Institutionen

Übersicht der wichtigsten Normen und Organisationen

OrganisationAbkürzungHauptaufgabe
International Organization for StandardizationISONormen für die gesamte Branche (ISO 9897CEDEX, ISO 6346 – Identifikation)
Bureau International des ContainersBICRegistrierung von Eigentümern, Verwaltung von dreistelligen Container-Präfixen
Institute of International Container LessorsIICLHandbücher für Inspektionen und Reparaturen, Equipment Damage and Inspection System (EDIS)
International Maritime OrganizationIMOSicherheits- und Strukturanforderungen (z. B. CSC-Plakette)

CEDEX (Container Equipment Data Exchange)

  • Internationaler Standard ISO 9897
  • Definiert alphanumerische Codes für alle Komponenten, Schadenstypen und Reparaturen
  • Unterstützt elektronischen Datenaustausch (EDI)
  • Grundlage für die Kommunikation in der gesamten Branche

EDIS (Equipment Damage and Inspection System)

  • IICL-System, basierend auf CEDEX
  • Bevorzugte Codes für Leasinggesellschaften
  • Schwerpunkt auf Genauigkeit, Minimierung von Streitigkeiten und Vereinfachung von Reparaturen

ISO 6346

  • Norm für die Containeridentifikation (eindeutige Nummer an den Türen)
  • Schreibt die Struktur der Nummer vor: Eigentümerpräfix (BIC), Seriennummer, Prüfziffer

BIC

  • Verwaltet Eigentümerpräfixe (z. B. MSCU, MAEU)
  • Gewährleistet Eindeutigkeit und Nachverfolgbarkeit des Containereigentümers

IMO und CSC (Convention for Safe Containers)

Struktur und Verwendung von Survey und Repair Codes

Wie sieht ein standardisierter Schadensfall aus?

Jeder Datensatz besteht aus mehreren Codes, die zusammen eine detaillierte Beschreibung des Schadens und der vorgeschlagenen Reparatur bilden.

1. Komponentencode (Component Code)

Bestimmt genau, welcher Teil des Containers beschädigt ist.

CodeKomponentenbeschreibungStandort
CPOEckpfosten (außen)Rahmen
RLAOber- oder UntergurtRahmen
PAAPlatteWände, Dach, Türen
GTODichtungTürmontage
LBCNocke der VerriegelungsstangeVerriegelungsmechanismus
FPPBoden (Sperrholz)Bodenteil
CFGEckbeschlagRahmen

2. Standortcode (Location Code)

Lokalisiert den Schaden an einem bestimmten Teil des Containers.

  • Erstes Zeichen (Fläche): L (links), R (rechts), T (Dach), F (Stirnseite), D (Türen), U (Unterseite)
  • Zweites Zeichen (Abschnitt): T (obere Hälfte), B (untere Hälfte), L (links), R (rechts)
  • Drittes und viertes Zeichen (Gitter): Nummerierung der Segmente (z. B. 04 = viertes Segment)

Beispiel: LT04 bedeutet linke Seite, obere Hälfte, Segment 4.

3. Schadensscode (Damage Code)

Beschreibt den Schadenstyp.

CodeSchadenbeschreibung
BBeule
BRBruch
CSchnitt
CRRiss
CSTKorrosion
DDelle
HLoch / Durchschlag
MFehlend
SKratzer / Rille

4. Reparaturcode (Repair Code)

Bestimmt die Reparaturmethode.

CodeReparaturmethode
ADDHinzufügen / Installieren
ALIAusrichten
CLNReinigen
HTOWärmebiegung
INSTeil einsetzen
REFErneut befestigen
REPErsetzen
RPSReparieren / Ausrichten
WLDSchweißen

5. Abmessungs- und Mengencodes (Dimension Codes)

Präzisieren den Umfang des Schadens und der Arbeit (Länge, Breite, Tiefe, Anzahl).

  • Beispiel: L:300 W:150 D:50 (Länge 300 mm, Breite 150 mm, Tiefe 50 mm)

Praktisches Beispiel einer Aufzeichnung

Ein Inspektor findet eine deutliche Delle im unteren Teil der rechten Seitenwand eines Standard-Containers:

PAA - RB07 - D - RPS - L:300 W:150 D:50

Bedeutung:

  • PAA: Platte beschädigt
  • RB07: rechte Seite, untere Hälfte, Segment 7
  • D: Delle
  • RPS: Reparatur durch Ausrichten (kein Austausch)
  • L:300 W:150 D:50: Schadensabmessungen in mm

Detaillierte Erklärung der wichtigsten CEDEX/IICL-Codes

Tabelle der häufigsten Komponentencodes und ihre Bedeutung

KomponenteCEDEX-CodeTypischer SchadenAnmerkung
EckpfostenCPOBeule, RissTragkonstruktion
Gurte (oben/unten)RLADurchbiegung, RostRahmen, wichtig für Steifigkeit
WandplattenPAADellen, Löcherhäufigster Schaden
DachplattePAADurchbiegung, DurchschlagRegen und Fallschutz ausgesetzt
TürdichtungGTOfehlend, beschädigtwichtig für Dichtheit
BodenFPPBruch, SchnittSperrholz, Leckagenrisiko
EckbeschlagCFGVerschleißfür Handhabung und Stapeln

Schadenstypen im Detail

  • Delle (D): Der häufigste Schaden, entsteht durch Sturz oder unsachgemäße Handhabung. Kann normalerweise durch Ausrichten repariert werden.
  • Durchschlag/Loch (H): Durchschlag durch Gabelstapler, Kollision – muss geschweißt oder mit neuem Segment versehen werden.
  • Korrosion (CST): Typisch für ältere Container, besonders an Rahmen und Boden. Erfordert Schleifen, Anwendung von Rostschutzlack oder Austausch von Materialteilen.
  • Fehlender Teil (M): Z. B. Dichtung, Nocke des Verschlusses, Scharnier – Ergänzung mit Originalteil erforderlich.
  • Bruch (BR), Riss (CR): Kritisch für tragende Teile, meist Austausch oder Schweißen erforderlich.

Reparaturmethoden

  • Ausrichten/Begradigung (RPS, ALI): Wird bei leichten Dellen und Verformungen von Platten verwendet.
  • Austausch (REP): Bei umfangreichen Schäden, Verschleiß oder fehlenden Teilen.
  • Schweißen (WLD): Risse, Löcher, Rahmenschäden.
  • Teileinsatz (INS): Segmentweiser Austausch von Platte oder Boden.
  • Reinigung (CLN): Entfernung von Rost, Verschmutzung, Schmiermittel.
  • Installation neuer Elemente (ADD): Bei fehlender Dichtung, Verriegelungselementen.

CEDEX vs. EDIS – Vergleich der Systeme

EigenschaftCEDEX (ISO 9897)EDIS (IICL)
UmfangGlobal, alle AkteureLeasingfirmen, Depots
DetaillierungsgradSehr detailliertBevorzugte Vereinfachung
KompatibilitätEDI, alle SystemeDie meiste Software unterstützt beides
SchwerpunktGenauigkeit, VollständigkeitEffizienz, Fehlerminderung

Survey/Repair Codes im Kontext anderer Container-Markierungen

Jeder Container trägt eine Reihe von Markierungen und Daten, die zusammen ein vollständiges Bild seiner Identität und seines Zustands vermitteln.

  • Identifikationsnummer (ISO 6346): Z. B. HZKU 123456 7 (Eigentümerpräfix, Seriennummer, Prüfziffer)
  • Größen- und Typcode: Z. B. 22G1 (20 Fuß, 8’6″ Höhe, Universaltyp)
  • Betriebskennzeichnung: Maximales Bruttogewicht, Eigengewicht, Nettogewicht
  • CSC-Plakette: Bestätigung der Eignung gemäß IMO, Voraussetzung für internationalen Transport

Technologie und Zukunft von Codesystemen

Automatisierung und Digitalisierung

  • Automatisierte Inspektionen: KI-Systeme und Kameratore erkennen Schäden und generieren Codes in Echtzeit.
  • IoT-Sensoren: Melden Stöße, Vibrationen, Positionsänderungen und Umgebungsveränderungen, protokollieren Ereignisse automatisch im CEDEX/EDIS-System.
  • Big-Data-Analyse: Millionen von Datensätzen ermöglichen Routenoptimierung, Schadensvorhersage und Verbesserung des Containerdesigns.
  • Cloud-Zusammenarbeit: Alle Partner haben Online-Zugriff auf Status, Reparaturen und Containerhistorie. Digitalisierung führt zu Transparenz und Geschwindigkeit.

Bedeutung für die Praxis und Sicherheit

Dank Survey und Repair Codes:

  • Reklamations- und Streitrisiken werden reduziert
  • Die Sicherheit des Warentransports wird erhöht
  • Rechnungsstellung und Reparaturgenehmigung werden beschleunigt
  • Vorbeugende Inspektionen und Wartung werden optimiert
  • Die Lebensdauer und der Wert des Containers werden verbessert

Die Codesysteme CEDEX, EDIS und ISO/IICL-Normen stellen die grundlegende „Grammatik” der Containerindustrie dar. Sie ermöglichen sichere, effiziente und transparente Verwaltung von Reparaturen von Schiffscontainern weltweit. Ihre Bedeutung wird mit der weiteren Entwicklung von Automatisierung, künstlicher Intelligenz und Digitalisierung der Logistik wachsen.