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CE-Kennzeichnung Zertifikat

CE-Kennzeichnung Zertifikat (auch CE-Kennzeichnung genannt) ist eine obligatorische Kennzeichnung, die die Konformität eines Produkts mit der Gesetzgebung der Europäischen Union bestätigt, insbesondere mit den grundlegenden Anforderungen an Sicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz. Die Abkürzung „CE” stammt aus dem Französischen „Conformité Européenne”, also „europäische Konformität”. Durch das Anbringen dieser Kennzeichnung erklärt der Hersteller, dass das Produkt alle technischen und gesetzlichen Anforderungen der geltenden europäischen Richtlinien und Verordnungen erfüllt. CE ist keine Qualitätskennzeichnung und gibt nicht das Herkunftsland an, sondern ermöglicht den freien Verkehr von Produkten auf dem Binnenmarkt des EWR.

Hauptpunkte:

  • CE bedeutet „Conformité Européenne” (europäische Konformität)
  • Gilt für Produkte, die im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) verkauft werden
  • Ist ein „Handelspass” für Produkte auf dem europäischen Markt
  • Ist kein Qualitätszertifikat, sondern die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen

Grundlegende Gesetzgebung und rechtlicher Rahmen

Wichtigste Vorschriften:

Gesetzgebung/EU-VerordnungAnwendungsbereich
Verordnung (EU) Nr. 305/2011Bauprodukte (CPR)
Richtlinie 2006/42/ESMaschinen (Machinery)
Richtlinie 2014/35/EUElektrische Geräte (LVD)
Richtlinie 2014/30/EUElektromagnetische Verträglichkeit
Richtlinie 2014/68/EUDruckgeräte
Richtlinie 2014/53/EUFunkgeräte

Für Transport- und Baucontainer ist die Verordnung (EU) Nr. 305/2011 (CPR – Construction Products Regulation) entscheidend. Sie legt einheitliche Regeln für das Inverkehrbringen von Bauprodukten und deren CE-Kennzeichnung auf der Grundlage harmonisierter europäischer Normen fest.

Wann ist die CE-Kennzeichnung erforderlich und auf welche Container bezieht sie sich?

Die CE-Kennzeichnung ist nur für Produkte erforderlich, auf die spezielle europäische Richtlinien und Verordnungen anwendbar sind. Zu diesen Gruppen gehören beispielsweise Bauprodukte, Maschinen, elektrische Geräte, Druckbehälter usw.

Beispiele von Containern, die der CE-Kennzeichnung unterliegen:

  • Baucontainer (Wohn-, Sanitär-, Technik-, Lagercontainer) bestimmt für den dauerhaften Einbau in Gebäude
  • Modulare Systeme verwendet im Bauwesen (Kindergärten, Büros, Krankenhäuser usw.)
  • Transportcontainer, falls für Bauzwecke umgebaut – z. B. als Technikräume, Schaltanlagen, Brandschutzlager usw.

Achtung: Gewöhnliche Versandcontainer bestimmt nur für den Warentransport (ISO-Container) fallen unter andere internationale Normen (z. B. CSC – Container Safety Convention) und die CE-Kennzeichnung gilt für sie nur, wenn sie als Bauprodukt bestimmt sind.

Harmonisierte Normen und technische Spezifikationen

Jeder Produkttyp, auf den CE anwendbar ist, hat seine harmonisierte europäische Norm (hEN), die grundlegende Merkmale, Prüfmethoden und erforderliche Eigenschaften definiert.

Beispiele harmonisierter Normen für Container:

  • EN 1090-1 – Stahl- und Aluminiumkonstruktionen (gilt für viele Baucontainer)
  • EN 14509 – Gefaltete Sandwichpaneele (für Container mit Sandwichverkleidung)
  • EN 13964 – Abgehängte Decken (für Innenausstattung von Containern)
  • EN 16194 – Tragbare chemische Toiletten (für Sanitärcontainer)

Die Liste der harmonisierten Normen und Produkte wird regelmäßig im Amtsblatt der EU (OJEU – Official Journal of the European Union) veröffentlicht.

Konformitätsbewertungsverfahren und Überprüfung der Beständigkeit von Eigenschaften

Konformitätsbewertungssysteme

Das Konformitätsbewertungsverfahren und die Überprüfung der Beständigkeit von Produkteigenschaften sind durch die harmonisierte Norm und die CPR-Verordnung genau definiert.

SystemBeteiligung des HerstellersBeteiligung der benannten StelleProdukttyp/Beispiel
1JAJA (Prüfungen, Audit)Hochrisiko-Bauteile
2+JAJA (Produktionsaudit)Stahlkonstruktionen, Container
3JAJA (Typprüfungen)Einige Baumaterialien
4JA (alles)NEINNiedrigrisikoprodukte

Bei Containern wird am häufigsten System 2+ verwendet, d. h. der Hersteller gewährleistet die Produktionskontrolle, während die benannte Stelle (Zertifizierungsstelle) die Erstprüfung des Betriebs und die Überwachung der Produktionskontrolle durchführt.

Technische Dokumentation und Leistungserklärung

Was muss die technische Dokumentation enthalten?

Gemäß EU-Verordnung Nr. 305/2011 muss für das Produkt eine technische Dokumentation geführt und archiviert werden, die Folgendes umfasst:

  • Beschreibung des Produkts und seiner bestimmungsgemäßen Verwendung
  • Zeichnungen und Montageschemen
  • Beschreibung des Herstellungsprozesses und der verwendeten Materialien
  • Prüfergebnisse (Typprüfungen, Produktprüfungen, Audits der Produktionskontrolle)
  • Liste der verwendeten harmonisierten Normen
  • Kopien von Zertifikaten und Berichten von benannten Stellen (falls erforderlich)
  • Leistungserklärung (DoP – Declaration of Performance)

Die technische Dokumentation muss mindestens 10 Jahre nach dem Inverkehrbringen des Produkts aufbewahrt werden!

Leistungserklärung (DoP, PoV)

Dieses Dokument ist ein wesentlicher Bestandteil des CE-Verfahrens. Es enthält Details zum Produkt, seiner bestimmungsgemäßen Verwendung, Schlüsseleigenschaften, verwendeten Normen und der Herstelleridentifikation. Der Hersteller ist verpflichtet, die Erklärung dem Käufer auf Anfrage zur Verfügung zu stellen (elektronisch und in gedruckter Form).

CE-Kennzeichnung auf dem Container: Formale Regeln

Wie muss das CE-Etikett ausgeführt sein?

Die CE-Kennzeichnung muss enthalten:

  • CE-Logo in vorgeschriebener Form und Größe (mind. 5 mm)
  • Die letzten zwei Ziffern des Jahres, in dem die Kennzeichnung angebracht wurde
  • Name und Sitz des Herstellers (oder eindeutige Identifikation)
  • Identifikationscode des Produkttyps
  • Referenznummer der Leistungserklärung (DoP)
  • Stufen oder Klassen der in der DoP angegebenen Eigenschaften
  • Verweis auf die verwendete harmonisierte technische Spezifikation
  • Gegebenenfalls Identifikationsnummer der benannten Stelle
  • Bestimmungsgemäße Verwendung gemäß harmonisierter Norm

Das CE-Etikett muss:

  • Sichtbar, leicht lesbar und dauerhaft sein
  • Idealerweise direkt auf dem Produkt, gegebenenfalls auf einem Etikett, Datenblatt oder Verpackung

Rolle der einzelnen Akteure in der Lieferkette

AkteurPflichten
HerstellerErstellt technische Dokumentation, führt Konformitätsbewertung durch, stellt DoP aus, kennzeichnet Produkt mit CE
ImporteurÜberprüft Konformität und Dokumentation, gewährleistet eigene Identifikation auf Produkt/Verpackung
DistributorGewährleistet, dass Produkt mit CE gekennzeichnet ist, mit Gesetzgebung konform ist, richtige Unterlagen hat
Benannte StelleFührt Prüfungen, Audits, Zertifizierungen gemäß harmonisierter Norm durch

Kontrolle und Überwachung der CE-Kennzeichnung

Die Marktüberwachung wird in der Tschechischen Republik von staatlichen Behörden durchgeführt (z. B. Tschechische Handelsinspektionen, Staatliches Arbeitsschutzamt, Technische Inspektionen der Tschechischen Republik usw.). Diese können Produktkontrollen durchführen, technische Dokumentation anfordern und im Falle von Nichtkonformität Bußgelder verhängen, das Inverkehrbringen verbieten oder den Produktrückruf anordnen.

Sanktionen:

  • Bußgelder in Höhe von Hunderttausenden bis Millionen Kronen
  • Verbot des Inverkehrbringens des Produkts
  • Verpflichtung zum Rückruf des Produkts vom Markt
  • Mögliche strafrechtliche Haftung bei Gefährdung von Gesundheit oder Leben

Häufigste Missverständnisse und Mythen

  • CE ist kein Qualitätszertifikat – es kennzeichnet nur die Konformität mit Sicherheits- und Regulierungsanforderungen
  • CE ist kein Herkunftszertifikat – das Produkt kann von überall stammen, wenn es die Normen erfüllt
  • Es gibt kein „europäisches CE-Zertifikat” – die Kennzeichnung ist das Ergebnis einer eigenständigen Bewertung durch den Hersteller, gegebenenfalls mit Beteiligung einer benannten Stelle
  • Optionale Zertifikate sind kein Ersatz für CE – nur CE ermöglicht das legale Inverkehrbringen des Produkts im EWR

Praktische Beispiele: CE-Kennzeichnung bei Containern

1. Wohncontainer als Kindergarten

  • Muss Anforderungen an Statik (EN 1090-1), Brandbeständigkeit, Wärmedämmeigenschaften (EN 14509) erfüllen
  • Hersteller führt Typprüfungen durch, etabliert Produktionskontrolle, arbeitet mit Zertifizierungsstelle zusammen
  • Nach erfolgreicher Bewertung stellt DoP aus und kennzeichnet mit CE

2. Lagercontainer mit Elektroinstallation

  • Muss neben Baunormen auch Richtlinien für elektrische Geräte erfüllen (LVD, EMC)
  • Falls Druck- oder Gasgeräte enthalten sind, können weitere Richtlinien gelten
  • Alle relevanten gesetzlichen Anforderungen müssen korrekt identifiziert werden

Häufig gestellte Fragen im Bereich Container

Wann ist die CE-Kennzeichnung für einen Container erforderlich?
Wenn der Container zum Einbau in ein Gebäude bestimmt ist oder als Bauprodukt verkauft wird, ist CE erforderlich.

Was ist, wenn ich einen Container außerhalb der EU importiere?
Sie müssen die Konformität mit harmonisierten Normen überprüfen und die CE-Kennzeichnung gewährleisten, sonst darf das Produkt nicht in den Verkehr gebracht werden.

Wie lange muss ich die Dokumentation archivieren?
Mindestens 10 Jahre nach dem letzten Inverkehrbringen des Produkts.

Wer kann mir bei der Zertifizierung helfen?
Benannte Stellen / Zertifizierungsstellen (z. B. TZÚS, Forschungsinstitut für Hochbau, Zertifizierungsunternehmen).

Die CE-Kennzeichnung ist ein Schlüsselelement für das legale Inverkehrbringen von Containern auf dem europäischen Markt als Bauprodukte. Der Hersteller muss die EU-Gesetzgebung einhalten, die anwendbaren harmonisierten Normen korrekt identifizieren, technische Dokumentation erstellen, erforderliche Prüfungen durchführen, eine Leistungserklärung ausstellen und das Produkt korrekt kennzeichnen. Die Nichtbeachtung dieser Anforderungen kann zu schwerwiegenden Sanktionen führen.